Ironman Hawaii

Aloha Leute, hier ist der Hawaii Bericht...

 

Deutlich später als geplant schreibe ich nun an diesem Bericht, um meine Eindrücke vom Ironman Hawaii mit euch zu teilen. Die letzten sechs Wochen habe ich genutzt, um die gesamte Saison Revue passieren zu lassen, mir mehr Zeit für Freunde zu nehmen, ausgiebig zu feiern und diesen Erfolg voll und ganz auszukosten. Ich denke, dass ich mir das verdient habe. Das strukturierte Training hat letzte Woche wieder begonnen und auch im das Studium geht’s nun wieder voll weiter.

 

Doch kommen wir nun erstmal zu meinen Eindrücken aus Hawaii:
Ich bin bereits 2,5 Wochen vor dem Wettkampf nach Kona gereist, um genügend Zeit zum Akklimatisieren zu haben. Glücklicherweise konnte ich bereits im Sommertrainingslager in Girona bei ähnlichen (wenn nicht sogar noch heißeren und feuchteren) Bedingungen trainieren und wusste dementsprechend, dass mein Körper gut auf Hitze reagiert, der Adaptionsprozess jedoch einige Tage in Anspruch nimmt und daran sollte es schlussendlich nicht scheitern. Meine Mutter Astrid Köhn hatte mich von Anfang an begleitet während der Rest des Teams um Lars Levsen Coaching, Tina Eschle, Chris Zentini, Svea Thöm, Roland, Joanna Christine, Marleen Luks und Jan nach und nach im Laufe der nächsten Tage eintrafen. Ich hatte somit 9 Leute um mich herum und war besten betreut, Lars als Trainer, Tina als Mentalcoach, Svea als Physiotherapeutin, sowie meine Familie und Freunde. Vielen Dank euch allen, dass ihr diese Reise gemeinsam mit mir angetreten habt und mich vor Ort unterstützt und ausgehalten habt, was gerade in den heißen Tagen vor dem Rennen sicherlich nicht immer einfach war!!!

 

Nochmal kurz zu meiner Anreise: Dass mein Rad nicht immer mitkommt bin ich ja mittlerweile gewohnt. Dass ich mein Wettkampfrad jedoch drei Tage nach Anreise mit einer angebrochenen Sattelstütze „bekomme“ bzw. mein Rad irgendwo beim Pförtner abgegeben wird ohne mich zu informieren finde ich absolut nicht witzig. Danke Delta Airlines und den liebevollen Zollmitarbeitern an dieser Stelle, die mein Rad anscheinend mit einer extra Portion Vorsicht behandelt haben!!! Die Sattelstütze ist eine Sonderanfertigung und somit nicht mal eben auf die Schnelle ersetzbar, weswegen ich unterm Strich mit einer angebrochenen Stütze den Ironman absolviert habe. Naja es hat gehalten, das war die Hauptsache.

 

Die zwei Wochen vor dem Rennen habe ich natürlich zur finalen Vorbereitung genutzt, nebenbei allerdings auch noch einiges von der Insel gesehen und genießen können, eine ausgewogene Mischung zwischen Sport und Sightseeing würde ich sagen. So soll es ja auch sein. Was ich jedem nur empfehlen kann, ist die Radstrecken einmal vollständig abzufahren, allerdings zweigeteilt und einen der beiden Tage mit einem Abstecher ins Pololu Valley zu verbinden, ein Traum! Was das Schwimmen angeht ist ganz klar, dass man sich morgens am Dig Me Beach trifft und eine kleine Runde schwimmt und die Stimmung genießt, die von Tag zu Tag bis ins Unermessliche steigt. Das ist wirklich abgefahren! In der Woche vor dem Rennen mutiert dieser kleine Ort Kona dann in ein absolutes Triathlon Mekka. An jeder Ecke tifft man Profis, zivil oder beim Training, das ist wirklich eine sehr spezielle Stimmung. An manchen Tagen war es mir jedoch auch etwas zu viel, sodass dem Rummel entfliehen musste und mich mit Kopfhörern und einem Kaffee in der Unterkunft zurückzog. Das ist sicherlich einer der schwierigsten Punkte in den Tagen vorher. Auf der einen Seite will man die Stimmung voll und ganz auskosten, auf der anderen Seite joch ist es nicht zielführend stundenlang in der Mittagshitze durch die Gegend zu laufen. Zwei kürze intensive Einheiten habe ich dann noch zusammen mit Lars im Kona Aquatik Center absolviert, was ich auch jedem nur empfehlen kann. Insgesamt ist es schon wichtig den ein oder anderen spezifischen Reiz nochmal gezielt zu setzen aber unterm Strich nicht zu viel zu machen, da man das Rennen nicht in den zwei Wochen vorher gewinnt. Da klingt alles abgedroschen, mag es auch sein, aber die Verlockung lauert wirklich an jeder Ecke, jedem Hügel und man darf einfach nicht unterschätzen, dass man bei konstant 30°C+ trainiert, was wir in Norddeutschland absolut nicht gewohnt sind. Aus diesem Grund habe ich ausschließlich früh morgens und abends ab 16:30 trainiert (18:15 ist Sonnenuntergang und dann ist es innerhalb von 10 min stockdunkel).


Laufen auf dem Ali’i Drive ist natürlich auch Pflicht, das Energy Lab und den Highway hab ich mir allerdings für das Rennen aufgehoben. Wie das Ganze nach dem letzten harten Lauf eine Woche vor dem Rennen aussieht hat Frank Wechsel vom Triathlon Magazin zufällig eingefangen (https://tri-mag.de/…/anne-haug-ironman-wm-ist-belohnung-fue…).

 

Das wäre es soweit zur Vorbereitung. Der Tag vor dem Rennen ist dann ja erfahrungsgemäß der stressigste Tag, zumindest war er das im letzten Jahr in Wales. Diese Mal lief es jedoch deutlich entspannter ab, wahrscheinlich auch, weil ich mittlerweile etwas routinierter bin und genau wusst, wie alles ablaufen wird. Der eigentliche Check-In hat dann ca. eine halbe Stunde gedauert und ab diesem Zeitpunkt wurde der mentale Hebel auch endgültig auf Wettkampf umgelegt.

 

Kommen wir nun zum eigentlichen Geschehen: Dem Morgen vor dem Ironman. Dazu lege ich euch wärmstens Tina’s Bienengeschichte ans Herz. Sie schildert den Wettkampfmorgen sehr schön, sodass ich dem Ganzen wirklich nichts hinzuzufügen habe. So geht es also in aller Früh in Richtung Startbereich.


Um 4:45 Uhr ist dann das Bodymarking: Anders als bei allen anderen Wettkämpfen werden die Nummern von den unzähligen tollen freiwilligen Helfern am Morgen aufgeklebt. Diese Gelegenheit möchte ich nutzen, um mich bei allen Helfern nochmal herzlich bedanken, die diese Veranstaltung so gigantisch machen. Die Organisation ist wirklich extrem gut.

 

Danach geht’s kurz ans Rad, Reifen auf 7,5 bar aufpumpen (immer bedenken, dass sich die Reifen unter der Sonneneinstrahlung und Hitze ausdehnen und wir reden hier von messbaren 0.2-0.3bar, also lieber etwas Sicherheit on top), Flaschen und Garmin ans Rad, Leistungssensor kalibrieren, Schuhe in den Pedalen fixieren und sich anschließend einen kurzen Moment Zeit nehmen und diese unfassbar geladene Stimmung in sich aufnehmen. Das ist immer wieder ein sehr spezieller Moment. Die Sonne steigt nun allmählich empor und erleuchtet die Bucht.

 

Kurz nach dem Start der Damen dürfen wir ins Wasser, mit jeder Minute wird es hektischer, die Anspannung ist kaum auszuhalten bis uns der Kanonenschlag um 7:05 erlöst und das Gekloppe losgeht. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Das war das härteste und teilweise unfairste Schwimmen was ich jemals erlebt habe. Schlagen, Treten, Kratzen, Beißen, alles scheint erlaubt zu sein, sodass ich als wirklich erfahrener und guter Schwimmer kurzzeitig Panik bekommen habe. Einen guten Kollegen, Markus Stöhr, hat es deutlich schlimmer erwischt, da ihm durch mehrere Schläge auf den Kopf die Kontaktlinsen rausgeschlagen wurden, sodass sein Rennen dadurch quasi gelaufen war. Bei aller Liebe zum Spektakel und einem sicherlich eindrucksvollen Massenstart. Das darf nicht sein!!! Seine Schilderung des Rennens könnt ihr übrigens hier lesen (https://markus-stoehr.com/). Nach 10-15 min formieren sich nun die Gruppen ohne dass ich das Gefühl hatte aktiv einen Einfluss darauf gehabt zu haben, aber egal. Ich befinde mich in der zweiten Hauptgruppe und merke schnelle, dass ich auch nicht wegkomme. Links, rechts, vorne, hinten… überall sind etwa gleichschnelle Athleten. Von nun an heiß es Augen zu und durch, das Tempo passt einigermaßen und ich spare viel Kraft in der Gruppe, so versuche ich es zu sehen. Nach 53:17 ist das Schwimmen zu Ende und ich bin wirklich frohdarüber, da ich keinen Bock mehr auf dieses Gekuschel im Wasser hatte.

 

Der erste Wechsel lief dann richtig gut und ich kam schnell aufs Rad. Die Mentaleinheit, in denen ich die Wechsel mit Tina im Vorwege oft genug durchgespielt habe, zahlen sich hier aus. Von Anfang an ist es hektisch auf der Radstrecke, ist der Abstand ausreichend, bin ich in meinem Leistungsbereich, jetzt nur nicht überzocken, da ich immer noch Adrenalin-geladen aus dem Wasser war. Lars steht am Kuakini Hyw und gibt mir meine Schwimmzeit, Position und noch ein paar nette Worte mit auf den Weg. Danach geht es auf den langen Highway und die Strecke ist voll. Ich kann nur wiederholen, was sicherlich schon genügend andere vor mir gesagt haben: Fair fahren auf Hawaii ist verdammt schwer und klappt nur, wenn man sich wirklich Mühe gibt, wo ich mich zuzähle. Es gibt allerdings auch Situationen im Amateurfeld, da weißt du einfach nicht wohin, weil die Strecke es bei 2000 Teilnehmern mit der Leistungsdichte nicht hergibt. Andererseits muss ich auch sagen, dass die Schiedsrichter sehr gut durchgreifen. Wie dem auch sei, so viel zum eher negativen Teil des Rennens, ab jetzt höre ich auf zu meckern.

 

Ich habe von Beginn an schnell in meinen Rhythmus gefunden und wusste, dass es ein verdammt guter Tag werden kann, wenn ich an alles denke. Konstante Wattzahlen bis Hawi und dann nochmal den Druck etwas erhöhen, wenn es geht und ganz wichtig: sich ausreichend verpflegen, was unterm Strich sehr gut funktioniert hat. Für diejenigen, die Interesse an den Daten haben, lade ich separat noch die Trainingpeaks Datei hoch und schreibe meine gesamte Verpflegung dazu. Das Radfahren lief ohne Zwischenfälle und ich konnte mich gut an den Plan halten und über weite Teile der Strecke sehr aerodynamisch sitzen, was ich über die Saison immer weiter optimiert habe. Vielen Dank an Kay Dobat von Dobat-Cycling für die Sitzoptimierung und deine wertvollen Tipps. In den Abfahrten habe ich die Schulter beispielsweise immer an die Ohren gezogen, um die Silhouette so klein wie möglich zu machen und die Geschwindigkeit zu maximieren.

 

Nach 4:46Std stieg ich schlussendlich vom Rad und wusste an diesem Punkt in der zweiten Wechsel Zone bereits, dass ich extrem gut in der Zeit liege. Auf den ersten Kilometern des Marathons habe ich versucht zügig mit 4:20-4:30/km anzulaufen, was auf den ersten 10km auch einigermaßen funktioniert hat. Spätestens an der Palani Road musste ich das Tempo jedoch reduzieren und die Palani sogar hochgehen, da die Straße einfach nur steil ist. Kurz danach kommt man auf den Highway und am legendären „Hannes Hawaii Tours“ –Stand vorbei, wo ein letztes Mal richtig die Party geht bevor es einsam wird auf dem Highway. Nach 18km verabschiedet sich dann plötzlich meine Uhr aus unerklärlichen Gründen und ich war darauf angewiesen auf mein Gefühl zu hören. Ich konnte das Tempo über einen langen Zeitraum konstant halten, habe mich jede Meile verpflegt und muss ehrlicher Weise sagen, dass ich das Energy Lab nicht so schlimm fand, wie alle immer sagen. Der Weg aus dem Energy Lab heraus ist sicherlich etwas zäh, da es leicht bergauf geht und die Straße nicht zu enden scheint, aber es ist nicht wirklich schlimmer als auf dem Highway. Apropos Energy Lab: Auf dem Rückweg traf ich Jørn Basel aus der Schweiz, wir liefen in etwa dasselbe Tempo kamen in Gespräch und entschlossen uns ein wenig gemeinsam zu laufen, getreu dem Motto geteiltes Leid ist halbes Leid. So vergingen nun die Kilometer, wir konnten das Tempo konstant halten und zogen bei Kilometer 37 am ehemaligen Olympia Sieger im Straßenrennen, Alexandre Vinokourov, vorbei. Ab da wurde es dann auch richtig hart, doch Jörn und ich konnten uns gegenseitig pushen, vielen Dank für die Kilometer auf dem Highway, das war großer Sport. Auf den letzten Kilometer sammelten wir noch Nico Seitter ein und liefen nun gemeinsam Richtung Ziel. Jörn hatte sich nun etwas absetzen können. Nico und ich waren nun sichtlich gekennzeichnet vom Rennen, gaben uns die Hand und beschlossen nicht auf den letzten Metern noch zu sprinten sondern lieber den Zielkanal zu genießen. Als wirklich super faire sportliche Geste ließ Nico mich dann die letzten 300m vor und wir konnten beide den Zielkanal in vollen Zügen auskosten. Vielen Dank Nico! So stand am Ende des Tages die phänomenale Endzeit von 9:09:13 auf der Uhr. Ich bin unglaublich stolz auf dieses Ergebnis und bin wirklich dankbar für so viele tolle Momente vor, während und nach dem Rennen. Dieser Sport hat wirklich unglaublich viel zu geben und erfüllt mich mit so viel Glück.

 

Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Sponsoren (Maris IT Solution, Erdschwalbe, Dobat Cycling, Wettbasis Sportwetten, Aerotune, Anwaltskanzlei Wolski, Kooperativa - Catering · Coffeebar · Lunchbar, Kante Brand, Mäder's, Picocycles, und dem ReiseShop - gut ausgerüstet) bedanken, die mir diese grandiose Saison ermöglicht habe. Außerdem möchte ich mich bei meiner Familie und meinen Freunden bedanken, die mich immer unterstützen, sowie ein besonderes Dankeschön an Lars, Tina, Svea, Marleen und Jan, die so verrückt waren und mich nach Hawaii begleitet haben.

Abschließend möchte ich noch einen kurzen Ausblick auf die kommenden Monate werfen:
Ich werde ab Februar für ein Auslandssemester nach Santander in Spanien ziehen und mich 2019 auf 70.3 Rennen konzentrieren. Geplant ist der Ironman 70.3 in Calella im Mai, wo ich versuchen werde mich für die 70.3 WM im September in Nizza zu qualifizieren. Ich freue mich auf eine weitere spannende Saison mit einem großartigen Team, das mir weiter den Rücken stärkt. Vielen Dank!
….
Noch mehr Lesestoff aus den letzten Wochen:

http://www.dielinie11.de/artikel/immer-das-ziel-vor-augen

https://jrney.de/2018/11/22/silas_koehn/…


Girona, Ostseeman & Fördetriathlon

Girona ist jetzt nun schon einige Tage her, allerdings möchte ich die Gelegenheit nochmal nutzen, um einen ausführlichen Rückblick auf drei richtig gelungene Trainingswochen zu werfen, etwas vom OstseeMan Triathlon und dem KN Förde Triathlon Kiel zu berichten und anschließend noch einen kleinen Ausblick auf die nächsten finalen Wochen zu werfen. Auf die Schnelle gab es hier in der letzten Zeit ja meistens nur kurze Instagram Posts (Ich hoffe ihr seht es mir nach, dass die immer auf Englisch sind). Jetzt gibt es also mal wieder einen ausführlichen Bericht in Textform, also macht euch einen Kaffee oder Tee, ich hole im Folgenden etwas weiter aus:

 

Fangen wir zunächst mit dem dreiwöchigen Trainingslager in Girona an. Das kleine beschauliche Städtchen in den Ausläufern der Pyrenäen ist in den letzten Jahren zur Hochburg diverser Rad- und Triathlonprofis avanciert, nicht zuletzt ist Girona seit einiger Zeit auch Wahlheimat von Jan Frodeno. Da sich offensichtlich so viele Profis einig sind, muss ja etwas dran sein, dachte ich mir am Anfang des Jahres. Relativ schnell wurde mir auch klar, dass die Trainingsmöglichkeiten und die klimatischen Bedingungen im Sommer dort optimal für die Vorbereitung auf Hawaii sind und so habe ich mich dann auch für ein dreiwöchiges Trainingslager in Girona entschieden. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei meinen Sponsoren Erdschwalbe und Wettbasis Sportwettens bedanken, die diese drei Wochen finanziell unterstützt haben.

 

Bereits in den ersten Tagen konnte ich tolle Kontakte zu einigen Locals knüpfen und hatte über diese Kontakte dann auch die Möglichkeit einige Tage zusammen mit Chris Williams (australischen Radprofi bei Team Novo Nordisk) und einen Tag mit einem Teil der australischen Triathlon Elite zu trainieren, was eine ziemlich coole Erfahrung war. Mein Schwimmtraining habe ich immer in Banyoles, 25km von Girona entfernt in einem See absolviert. Die Einheiten (mit dem Rad hin und zurück macht auch 50km) waren meistens der regenerativer Bestandteil meiner Trainingswoche. Den Großteil der Umfänge habe ich dann auf dem Rad absolviert. Die Gegend rund um Girona lädt aber auch einfach nur dazu ein und will erkundet werden. Wer etwas genauer über meine Trainingsfahrten und Läufe Bescheid wissen will, der kann mir gerne auf Strava folgen und sich anschauen wo ich überall unterwegs war. Es sind so viele tolle Routen dabei gewesen, die ich hier leider nicht alle im Einzelnen aufführen kann. Zusammengefasst kann ich jedoch sagen, dass dem Radfahrerherz so gut wie alles geboten wird, von den Bergen bis hin zur kurvigen Küstestraße, grandiose Landschaften, kleine, wenig befahrene Straße, pittoreske Ortschaften, harte Anstiege, rasante Abfahrten usw. also einfach nur geil. Dazu muss ich noch erwähnen, dass die gesamte Gegend recht hügelig ist egal in welche Richtung man fährt, sodass es auch nicht weiter verwunderlich ist, dass sich viele Radprofis hier in dem welligen Terrain auf die Frühjahres-Klassiker vorbereiten. Bevor ich nun zum Lauftraining komme möchte ich noch ein großes Kompliment an die Autofahrer aussprechen (und das kommt nicht oft vor!): Ich habe in der gesamten Zeit keine Situation erlebt, in der mir ein Auto zu nahe kam, mich angehupt hat oder ähnliches. Liebe Autofahrer in Deutschland: Bitte schneidet euch von diesem respektvollen Verhalten mal eine richtig große Scheibe ab!!! Das wäre schön. Die Straßen sind schließlich breit genug für alle. Was das Lauftraining angeht war es anfangs nicht so leicht einen guten Trail zu finden. Nach ein paar verwirrten Läufen kreuz und quer habe ich jedoch eine coole Strecke in Richtung Bescanó gefunden und eine geeignete 16km Runde über St. Gregori. Die Temperaturen und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit hätten für meinen Trainingszweck nicht besser sein können. Zugegeben haben mich die 32-35°C in den ersten Tagen allerdings ganz schön gekillt. Nach ein paar Tagen hatte ich mich jedoch recht gut daran gewöhnt und konnte meinen längsten Lauf (32,5km) bei durchschnittlich 31,5°C (max. 35°C) sowie einige kürzere schnelle Läufe gut durchziehen. Trotz der hohen Umfänge und der harten Bedingungen konnte ich wie geplant durchtrainieren ohne zwischendurch eine Einheit aussetzen zu müssen, auch wenn ich an manchen Tage wirklich an der Grenze war. So gesehen bin ich mit den drei Wochen sehr zufrieden und weiß, dass Lars Levsen Coaching und ich eine extrem gute Balance zwischen Be- und Entlastung geschafft haben.

 

Neben all dem Training habe ich einige tolle Menschen kennenlernen dürfen, atemberaubenden Landschaften gesehen und wichtige Erkenntnisse für das Rennen auf Hawaii und den Umgang mit der Hitze gewinnen können, sodass wieder ein großer Schritt in Richtung Ironman World Championship gemacht ist. Unterm Strich standen nach drei Wochen 96,5h Training zu Buche, 12km Schwimmen, 1555km auf dem Rad und 210km Laufen, ein ganz schön hartes Programm! Girona hat sich gelohnt.

 

Kommen wir nun zum OstseeMan Triathlon, der wie gewohnt sehr gut organisiert war und einfach eine tolle Veranstaltung mit Herzblut ist. Für mich standen der Schwimm- und Radteil der Glücksburger Langdistanz auf dem Programm mit dem klaren Ziel alles nach 180km rausgeholt zu haben, was noch nach dem Trainingslager vorhanden war. Das Schwimmen lief gut. Nach 52:53min kam ich als 9. aus dem Wasser und konnte auf die zu dem Zeitpunkt noch leere Radstrecke gehen. Ab da hieß es dann Kopf runter und Kette recht, was auch ziemlich gut funktionierte. Ein kleiner Blick auf mein Garmin verriet mir dann nach ca. 100km, dass der Mann mit dem großen Hammer wohl heute früher oder später noch vorbeischaut, da standen nämlich immer noch um die 285W im Schnitt auf dem Display. Bis Kilometer 160 konnte ich das Tempo dann noch halten, danach war allerdings Ende im Gelände und ich habe mich echt nur darauf konzentriert einigermaßen vernünftig die letzten 20 zu absolvieren. 4:33h waren es am Ende auf einem anspruchsvollen Kurs, die 6. schnellste Zeit des Tages und insgesamt ein Ergebnis mit dem ich super zufrieden bin. Mein Staffelläufer Tim-Ole Petersen hat unsere Staffel dann in den anschließenden 3:12h auf einem sehr coolen vierten Platz ins Ziel gebracht. Das hat richtig Spaß gemacht mit dir. Bei den Männern und Damen haben übrigens die Staffeln von Maris Computer GmbH gewonnen, die mich in dieser Saison auch unterstützen. Die Mixed Staffel belegte den zweiten Platz, klasse Teamergebnis und vielen Dank für die Unterstützung!

 

Zu guter Letzt war ich vergangenen Sonntag dann bei meinem Heimrennen, dem KN Förde Triathlon Kiel, auf der Olympischen Distanz im Einsatz mit dem Ziel das Ding zum 30. Jährigen Jubiläum zu gewinnen. 2015 habe ich hier meinen ersten Triathlon gemacht und konnte mich in den folgenden Jahren immer steigern. Letztes Jahr war es Platz 2, blieb also für dieses Jahr nur noch der Erste übrig. :D Gesagt getan. Nach 1:58:53 Std und mit neuem Streckenrekord auf dem Rad konnte ich den Zieleinlauf richtig genießen. Ein unfassbares cooles Gefühl, da das auch der erste Triathlon war, bei dem ich insgesamt gewinnen konnte. Die Zuschauer und Supporter an der Stecke haben mich die ganze Zeit gepusht und sich zurecht im Zielkanal einen großen Applaus verdient, so sind die Veranstaltungen auch für uns Sportler richtig geil. Also ganz großes Kompliment, Kiel!

 

Wie geht’s nun weiter, das kann ich euch auch noch verraten: Ich werde in drei Wochen noch in Sønderborg beim Alsundman auf der Mitteldistanz starten, als abschließender Test Hawaii und ansonsten werde ich noch etwas Material mit der Firma Aerotune testen, sodass wir das perfekte Set-Up finden. Einige kleine Feintuning Sachen also, lange ist es schließlich nicht mehr hin.

 

In diesem Sinne, gehabt euch wohl. Ich melde mich nach dem Alsundman sicherlich nochmal und hoffe natürlich wie immer, dass euch das Lesen meines Artikels etwas Freude bereitet. Mir macht es in jedem Fall immer Spaß das Ganze nochmal festzuhalten.


Saisonauftakt in Vierlanden

Endlich wieder Regionalliga im USC Einteiler

 

Sehnsüchtig habe ich den ersten Triathlon der Saison erwartet. Nach langen Trainingsmonaten kann es nun auch endlich mal losgehen. Beim vorabendlichem Eingrooven mit einem riesen Topf Pasta und den Jungs des Regio #richtigbock Teams waren die Stimmung bereits hervorragend, alle waren top motiviert, doch bis zum Sonntagmittag mussten wir uns noch gedulden. Die Bedingungen in Vierlanden waren optimal (trocken, nicht zu heiß, Neoverbot). Also Rad in die Wechselzone, alles Vorbereiten und ab zum Schwimmstart. Das Schwimmen lief wie gewohnt gut, absetzen konnte ich mich jedoch leider nicht, so ging es vorne in der ersten Gruppe aus dem Wasser. Auf dem Rad habe ich schnell meinen Rhythmus gefunden und einen guten Split hingelegt, sodass ich schon in den Top 10 auf die abschließenden 10 Laufkilometer ging. Am Ende sprang für mich ein großartiger Platz 6 in 1:59:10 Std heraus.

 

Die Mannschaftswertung konnten wir mit Platzziffer 21 (Platzierungen 2,3,6 und 10, alle unter zwei Stunden) sogar komplett abräumen. Sackstarke Leistung Jungs. So sieht ein gelungener Saisonstart aus.

 

Am 24.06 geht es in Damp auf der Mitteldistanz für mich weiter, aber vorher habe ich in den nächsten Tagen noch weitere brandheiße News für euch. Also Stay tuned!


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